Flucht und Vertreibung

Viele der damaligen Familien flüchteten aus Revenow und Klein Revenow am 05. März 1945 in Richtung Westen, um der Roten Armee aus Richtung Süden zu entgehen.


Der Weg führte von Richtung Wollin, über Swinemünde in Richtung Westen, Anklam und der Insel Rügen.

 

Einige wenige Einwohner blieben noch in Revenow, bis diese schlussendlich im März 1946 und August 1947 vertrieben wurden.

 

Nachfolgend eine Google Maps Karte über den beschwerlichen und vor allem weiten Weg, welche die Familien aus Revenow zurückgelegt hatten.

 

Bitte beachten Sie, dass die Routen nicht den tatsächlichen Fluchtweg wiedergeben, sondern nur den Wohnort und die Entfernung von Revenow (Startpunkt A) nach 1945 darstellen soll.

 

 

Da das Kapitel der Flucht und Vertreibung für viele Familien aus Revenow ein traumatisches Erlebnis darstellt, werde ich aus Pietätsgründen bei den einzelnen Familien, bis auf meine eigene, nicht näher darauf eingehen.

 

Die Familie Krüger

 

Die Familie Krüger mit Elsbeth Krüger und den 4 Kindern (der Ehemann Herbert Krüger befand sich in britischer Gefangenschaft), flüchtete am 05. März 1945 von Revenow in Richtung Rügen.

 

Über den teilweise zugefrorenen Bodden fuhren sie mit den Treckwagen von Wollin aus, über Swinemünde nach Anklam, wo sie dann blieben und versuchten, sich ein Leben aufzubauen.

 

Die Ehefrau Elsbeth Krüger geborene Lindemann starb aufgrund Unterernährung am 10. April 1947 in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern, sie gab das letzte Laib Brot an ihre Kinder.

 

Damit die Familie überleben konnte, musste der Vater nach der britischen Gefangenschaft als Tagelöhner in den Dörfern rund um Anklam arbeiten und half vorwiegend in der Landwirtschaft mit.

 

Aufgrund seiner Arbeit konnte er sich nicht ausreichend um seine Kinder kümmern.

 

Eines Tages kam es zudem zu einem schrecklichen Unfall, ein Schuss löste sich und traf Herbert Krüger in den Rücken.

 

Seitdem war er querschnittsgelähmt und lebte 13 Jahre lang im Bett in einem Pflegeheim in Züssow.

Er starb schließlich nach langer, schwieriger Krankheit am 04. Oktober 1960 in Züssow, Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die Kinder wohnten zunächst in mehreren Wohnheimen in Bandelin und Greifswald, später gingen sie dann ihre eigenen Wege.

 

Meine Großmutter Brunhilde wurde Lehrerin, ihre Geschwister zogen in den Westen und wanderten zum Teil in die Vereinigten Staaten aus.

 

 

Quellen:

 

- Lastenausgleichsakten der Revenower Familien bezüglich der Karte, BArch ZLA 1/ XXX

- Genaue Archivsignatur: siehe Seite der jeweiligen Familie