Die Dorfschule in Revenow

Um 1700 taten sich die Revenower Bauern zusammen und stellten einen Schulmeister an, den sie selbst bezahlten.

 

Im Jahre 1725 wird dieser Schulmeister erstmals genannt. Es ist der Schneider Jochim Krüger, welcher gleichzeitig im Kirchspiel Jassow und nun auch in Revenow den Kindern Lesen und Schreiben beibrachte.

 

Die Kirche in Jassow verfolgte diesen Schulunterricht mit großer Aufmerksamkeit und gab in den folgenden Jahren auch anderen Ortschaften des Kirchspiel finanzielle Zuschüsse für einen Schulmeister.

 

An der Schule wurde neben Lesen und Schreiben auch Unterricht in biblischer Geschichte, Katechismus und Kirchenlied erteilt.

 

Genauere Informationen über die Revenower Schule existieren erst wieder gegen Ende des 18. Jahrhunderts. 1796 ist der Dorfschneider Michel Wietstock gleichzeitig Dorfschulmeister.

 

Ein eigenes Schulgebäude erhielt Revenow erst 1824, vorher fand der Unterricht in der Werkstatt des Schneiders und Schulmeisters Wietstock statt. Es ist zudem möglich, dass die Schule zeitweise als Laufschule bestanden hat, das heißt dass die Schulstunde reihum bei den einzelnen Bauern abgehalten wurde.

 

Mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht unter Friedrich dem Großen wurde der Schulunterricht auch vielseitiger. Rechnen, Erdkunde, Geschichte, und Naturkunde kamen dazu. Noch immer aber machte die Religion den Hauptteil des Unterrichts aus.

 

Von 1796 an sind die Namen der Revenower Schulmeister und späteren Lehrer lückenlos bekannt.

 

Schulmeister und Lehrer

Zeitraum Name Beruf
1725 Jochim Krüger Schneider
1796-1818 Michel Wietstock Schneider
1818-1844 Gotthard Erdreich Wietstock Schneider
1844-1852 Karl Jurke  
1852-1857 G. Schultz  
1857-1858     Bliese, Wietstock, Ernst Mügge  
1858-1860 Wilhelm Heling  
1860 Hermann Stock (Präparande) Lehrer in Triebs
1860-1866 Heinrich Schmidt  
1866-1906 Albert Eduard Steffen  
1906-1907 August Nickel  
1907-1914 Ernst Sonnenburg  
1915-1945 Gustav Klein  

 

Unter den Revenower Lehrern nimmt Albert Eduard Steffen einen besonderen Platz ein. Er vermittelte Kenntnisse im Landmessen, über die Elektrizität und den Magnetismus, zudem auch über den Hochadel.

 

Der letzte Lehrer Gustav Klein lebte nach dem 2. Weltkrieg mit seinen Kindern in Stralsund und ist mit 88 Jahren im November 1974 verstorben.

 

Genealogische Informationen

Gustav Klein
Geboren im September 1886
Gestorben im November 1974 in Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern

 

Verheiratet mit:

 

Unbekannt Buth
Geboren in Benz, Kreis Cammin
Gestorben 1946 in Barth

 

Briefumschlag von Gustav Klein an die Kreissparkasse Belgard, 07.07.1936

    

 

 

Quellen: 

 

- Camminer Heimatgrüße, Folge 212 - November 1966, Folge 274 - Februar 1975

- Mitteilungsblatt der Familie Stock, April 1938

- Illustrierter Kreis- und Heimatkalender für den Kreis Cammin i. Pom. 1910-1939

- Ortsfamilienbuch Jassow